Nach Gothic und Risen entwickelt Piranha Bytes derzeit an einem neuen Spiel: Elex. Der Titel ist bereits seit Anfang 2014 unter Projektleiter Björn Pankratz in Entwicklung. In diesem allgemeinen Artikel wollen wir Euch daher erzählen, was Elex nun eigentlich ist.

Elex wird ein Einzelspieler-Rollenspiel, das aus der 3rd-Person-Sicht gespielt wird. Ein Alleinstellungsmerkmal des Spiels ist das Setting. Zwar spielt das Spiel in einer post-apokalyptischen Welt, es gab also eine große Katastrophe, aber der Meteorit zerstörte vor etwa hundert Jahren nicht nur die Welt Magalan, sondern brachte auch die namensgebende Substanz "Elex" mit sich.

Tiere, Menschen und die Natur nahmen diese Substanz auf und mutierten über die Jahre in der Folge. Außerdem bewirkt die Aufnahme von Elex beim Menschen eine Veränderung seines Wesens, die den Konsumenten gegen Gefühle abstumpfen lässt und ihn süchtig macht, ihn aber auch mit Magiefähigkeiten und großer Stärke ausstatten kann. Elex ist also eine Droge, aber auch Währung (Elexit genannt), Treibstoff, Mana usw. "Elex ist einfach alles", um es mit den Worten von Piranha Bytes zu sagen.

Aufgrund dessen haben sich aus der alten Zivilisation vier Fraktionen gebildet, die nun das Land dominieren und für, gegen oder um das restliche, nur begrenzt vorhandene Elex kämpfen. Auf der einen Seite stehen die Albs, die voll und ganz dem Elex verfallen sind und nahezu roboterhaft dafür leben. Sie haben diese Substanz fast zur Religion gemacht und verlieren dadurch ihre Emotionen. Den Albs gehört zu Beginn auch der diesmal nicht mehr ganz so namenlose Held an. Ihnen gegenüber stehen die Kleriker, die sich dem Elex verweigern und das schlechte in ihm sehen, zumindest als Droge. Allerdings sind sie sehr hoch technisiert und nutzen das Elex, um ihre Technik anzutreiben. Zum anderen gibt es die Berserker, die das Elex zu Mana modifiziert haben und nun nutzen, um Magie zu wirken und das in ihren Augen beste daraus zu machen. Als letztes gibt es die Outlaws. Diese Menschen leben in nicht fester Struktur und streifen wie Banditen durch die Lande. Mit durch Elex modifizierten Waffen nehmen sie es mit jedem auf. Durch das Vorhandensein dieser vier Fraktionen in der post-apokalyptischen Welt ergibt sich das Science-Fantasy-Setting von Elex, das man in Spielen kaum vorfindet. Mehr findet ihr in unserem Artikel zu den Fraktionen.

Die Spielwelt ist diesmal wieder ein riesiger, zusammenhängender Kontinent, ähnlich wie in Gothic 3, aber 1,5 mal so groß - Piranha Bytes größte Spielwelt. Man hat sich also von dem Inselkonzept aus der Risen-Reihe vollends verabschiedet. Dies bedeutet, dass es auch wieder einen nahtlosen Übergang zwischen allen Gebieten gibt, ohne einen Ladebalken zu sehen zu bekommen. Auch Städte, Häuser, Höhlen und Dungeons können ohne Unterbrechung betreten werden. Als unterschiedliche Gebiete sind Wüsten, Wälder, Sümpfe, Eisareale, Küsten und Vulkangebiete bekannt. Das Land wird aufgrund der unterschiedlichen Fraktionen zugleich futuristisch und mittelalterlich geprägt sein. Zudem zieren die Ruinen der untergegangenen Zivilisation den Kontinent genauso wie der Einfluss des Elex. So wird man auch blutrote Wälder finden können. Allerdings soll alles erdähnlich bleiben, sodass man keine riesigen Pilzlandschaften oder Kristalltäler sehen wird.

In ihm finden wir wieder allerlei Völker und Klimazonen, die wir frei und von Anfang an erkunden können, vorrausgesetzt, wir sind stark genug. Denn erneut wird auf unsichtbare Grenzen oder freischaltbare Gebiete verzichtet, stattdessen werden (zu) starke Monster und große Kreaturen, wie beispielsweise die Unholde, gewisse natürliche Grenzen darstellen, oder es kommt ab und zu auch mal zum Einsatz logisch platzierter Elektrobarrieren, Felswänden etc. Durch das Lesen von Büchern und Briefen, sowie das Anhören von Audio-Logs wird man außerdem vieles über den Kontinent und die Spielwelt erfahren. Als nettes Gimmik legen uns die Piranhas ein Jetpack an den Rücken, mit dem wir die Welt besser bereisen können. Auf dieses legen die Essener sehr viel wert, denn damit lassen sich sosnt unerreichbare Höhlen erklimmen und lange Laufwege abkürzen. Auch für den Kampf wird es zum Einsatz kommen.

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Ein Monster

Ein weiteres Hauptaugenmerk legen die Entwickler auf das Kampfsystem, welches in den letzten Titeln viel Kritik einstecken musste. In Elex wird es zwar wie immer ein direktes Kampfsystem geben, allerdings hat man sich den Wünschen der Spieler angenommen und so ist der Spieler bei einer Ausweichbewegung nicht mehr unsterblich. Ebenso hat man das "Gummiband" abgelegt, welches den Spieler in Vergangenheit zu einem Gegner hingezogen hat, wenn man einen starken Schlag ausführte. Hinzu kommt ein Ausdauerbalken, sodass Angriffe und Konter besser abgestimmt werden müssen. Das Waffenarsenal soll sich laut Entwicklern ebenfalls stark erweitern. So ist es möglich, mittelalterliche Waffen, sowie auch futuristische zu tragen oder sich diese direkt aus Schrott selber zusammenzubauen (Kettenschwerter, Laserkanonen, etc). Also wird es einiges zum Herstellen geben.

Viele dieser Waffen benötigen natürlich wieder bestimmte Attribute, um sie anlegen zu können. Früher waren das Punkte wie Stärke oder Geschicklichkeit. Etwas ähnliches dürfen wir auch wieder in Elex erwarten. Es wird eine Art Magie geben, die Berseker beherrschen beispielsweise klassische Magie, die Kleriker nutzen Psi-Kräfte und die Outlaws können sich unter anderem unsichtbar machen. Bei der Kleidung bleibt man beim System von Risen 2 und 3, das heißt, es wird eine Aufteilung der Rüstung in Helm, Stiefel, Hose und Brustschutz geben. Sogar Exoskellete sind in Planung, in welcher Form ist aber noch nicht bekannt. Attributverändernde Ringe und Amulette wird man wieder in der Spielwelt finden können.

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Ein Krieger mit einem Kettenschwert

Am Gameplay ändert sich zudem, dass es nun wieder Lernpunkte statt des Ruhms aus Risen geben wird. Um neue Fähigkeiten zu erlernen, müssen wir wie gewohnt zum Lehrer unseres Vertrauens gehen. Ebenfalls sind neben Quests auch "Jobs" in Planung, mit denen man sich Geld bzw. Elexit verdienen kann. Eine abschaltbare Minimap wird ein Elex wieder mit dabei sein.

Die Welt und deren Bewohner werden nun mehr auf Handlungen des Spielers wie Morden, Stehlen, Einbrechen und wichtige Entscheidungen reagieren. Jede Aktion in der Spielwelt soll gewisse Konsequenzen nach sich ziehen. Auch wollen die Entwickler, um das Spiel noch etwas ernster und erwachsener zu machen, auf alberne Witze verzichten und die Trink- und Messerwurfminispiele weglassen. Sie rechnen auch nicht mit einer USK-Freigabe von 12, wie in ihren vorherigen Spielen, und wollen die Atmosphäre deutlich düsterer gestalten.

Diejenigen, die es gestört hat, alle NPCs in den letzten beiden Risen-Teilen nur noch bewusslos schlagen zu können, haben nun wieder mehr Freiheit und können nahezu jeden Charakter töten. Die Konsequenzen hat der Spieler natürlich zu tragen. Höhlen, Ruinen oder Dungeons werden mit Fallen gespickt sein. Letztere werden allerdings weniger vorhanden sein als in Risen 1. Auch beim Balancing möchte sich Piranha Bytes mehr Mühe geben. Falls es einem jedoch immernoch zu unausgewogen werden sollte, kann man den Schwierigkeitsgrad wieder manuell verstellen, dieses Mal sogar deutlich feiner als bisher. So wird man ua. auch die Zahl der Gegner einstellen können, die parallel angreifen können.

Das grafische Gerüst liefert die hauseigene Engine, die seit Gothic 3 immer weiterentwickelt wurde. Elex basiert zum ersten Mal DirectX 11 und nutzt Physically Based Shading. Genaueres findet ihr in unserem Artikel zur Engine.

Erschienen ist Elex am 17. Oktober 2017.